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Unser Leben im Gebet (Kapitel 1)
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Gott hat uns zu einer Gemeinschaft zusammengefügt, damit wir gemeinsam im Gebet leben und so dem Frieden Christi allen Raum geben in uns und in der Welt.
Wenn wir sagen, dass wir im Gebet leben wollen, so bekennen wir uns zu einem Weg, auf den wir gerufen sind. Wir sind noch nicht am Ziel und werden es erst in der Ewigkeit erreichen. Diesen Weg getrost gehen, ohne uns darum zu kümmern, wie weit wir sind. Beten ist für uns immer ein Abenteuer, in dem Gott uns ganz zu sich bekehren und in seine Neuschöpfung hinein nehmen will - uns und die ganze Welt, die wir im Gebet vertreten. (1,4)
In jedem Gebet, auch in dem, das wir allein beten, geht es um unsern gemeinsamen Dienst vor Gott. Es kann letztlich keine Trennung geben zwischen einem persönlichen Gebet allein und dem Gebet der Gemeinschaft. Immer beten wir in der Kirche, in der Gemeinschaft der Heiligen. (1,5)
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Gemeinschaft unter dem Frieden Christi (Kapitel 2)
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Wir können uns dem Frieden Christi nur im Gebet öffnen, diese Gabe nur betend empfangen. Ein Leben im Gebet ist Voraussetzung dafür, unseren Auftrag zu verwirklichen, ein Leben also, das Gott ganz zugewandt ist, Ihm allen Raum gibt, Ihm sich als Werkzeug zur Verfügung stellt. Entscheidend für unser Gebet ist es, dass wir selbst zu dieser friedlosen Welt gehören und mit ihr ganz auf die Versöhnung durch Christus angewiesen sind. Aber was wir für uns selbst empfangen, empfangen wir immer auch für das Ganze. Denn es besteht ein geheimnisvoller Zusammenhang zwischen uns und dem Ganzen: Was Gott an uns, die wir zur Welt gehören, geschehen lässt, das öffnet die Verschlossenheit der andern mit, das ist ein Geschehen, das alle betrifft - auch wenn sie es gar nicht wissen oder merken. (2,5)
Durch solches Leben des Gebetes, das den gesamten Alltag dem Wirken Gottes ausliefert, werden wir den Frieden Christi konkret hineintragen können in die Situationen unseres Berufes, unserer persönlichen Beziehungen, unserer Familien. Denn Sein Friede ist nicht das Resultat unserer menschlichen Möglichkeiten, sondern die Gabe des auferstandenen Christus. (2,7)
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Unsere Hingabe im Gebet konkretisiert sich in den geistlichen Grundhaltungen der Reinheit, Armut und des Gehorsams. (Kapitel 3 bis 5):
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Reinheit als ungeteilte Hingabe an Gott (Kapitel 3)
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Reinheit drückt die Haltung ungeteilter Hingabe aus. Eine Haltung, die unseren ganzen Menschen umfasst, Leib, Seele und Geist und nichts auslässt. Es ist die Grundlage des Betens, nach der wir uns alle ausstrecken und der wir mit unserem Hingabegebet am Morgen Ausdruck geben. (3,2) Es ist die Haltung der „liebenden Gelassenheit”. (3,3) Reinheit als geistliche Grundhaltung sucht die Stille, das Schweigen. Es ist ein Loslassen alles dessen, was uns ablenkt von Christus, aller Hetze und Unruhe, alles Lärms in uns und um uns. (3,4) Darum gehört auch die Fürbitte zur Grundlage der Reinheit. Fürbitte in diesem Sinn: alle, denen wir begegnen, ob wir sie lieben oder ablehnen, Christus geben. Alle Menschen loslassen zu Gott hin. (3,6) Seelsorge, Beichte, Rechenschaft (3,8-10)
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Armut als willige Abhängigkeit von Gott (Kapitel 4)
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Diese Abhängigkeit, diese letzte Anspruchslosigkeit gilt es, mitten im Alltag zu leben. Im Gebet und in der Meditation ausharren vor Gott, auch wenn wir von Seiner Gegenwart nichts fühlen, sondern nur wahrnehmen, dass wir von uns aus nicht beten können. Anklopfen an seine Tür. (4,3a)
Ohne Verdruss das Unerwartete empfangen, das uns jeder Tag mehr oder minder beschert, die durcheinander geratenen Pläne, die unerwarteten Freuden und Störungen und auch die „Blitzschläge”, die uns bis zum Grund erschüttern können. Uns dem freiwillig bis in die Tiefe öffnen und Christus darin empfangen. (4,3e)
Armut, willige Abhängigkeit von Gott, hat auch Konsequenzen für unser Verhältnis zum Besitz. Immer wieder überprüfen, uns fragen, ob wir in der Tiefe arm sein wollen, bereit, Gott alles zu geben, oder ob wir uns an etwas klammern, an eine Sicherheit oder ein Eigentum. (4,5)
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Gehorsam als totale Freiheit für Gott (Kapitel 5)
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Gehorsam als geistliche Grundhaltung gilt immer Gott, nicht einem Menschen, nicht Gesetzen, Ordnungen, Grundsätzen, auch nicht einer Regel. (5,1) Gott gibt nur Anhaltspunkte, wenn Er uns seinen Willen kundtut. (5,4) Es gibt da keine Rezepte, keine Technik, keine Technik für einen Gehorsam - und ebenso kein Rezept, wie man die Antwort auf die ständige Frage erlangt: Was will Gott von mir? Gehorsam ist immer ein Risiko, ein Sichausliefern an Gott. Wenn wir das vollziehen und die Stille vor ihm aushalten, wissen wir, was wir zu tun haben. (5,5) Gebet und Gehorsam gehören zusammen: Gott selbst ist es, der uns im Alltag in jedem Augenblick so konkret fordert. In diesem unaufhörlich liebenden Gespräch mit Gott werden wir es mehr und mehr lernen, in jedem Ereignis, jeder Erfahrung des Tages Gott zu erkennen, der immer die Mitte ist.
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Unsere verschiedenen Berufungen in einer Gemeinschaft (Kapitel 6)
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(Zu diesem Kapitel wird gerade ein Regelkommentar erarbeitet.) Wir sind gerufen, als eine Gemeinschaft im Gebet zu leben und dem Frieden Christi Raum zu schaffen, indem wir uns mit allem, was wir sind und haben Gott völlig zur Verfügung stellen. Unsere Gemeinschaft ist jedoch keine gleichartige Gruppe, sondern wir müssen unserer gemeinsamen Berufung gehorsam sein als Schwestern, die Gott als einzelne auf sehr verschiedene Wege gerufen hat: zum Leben in der Ehe, zu einem Leben allein oder zum gemeinsamen Leben in einer Kommunität.* (6.1) Diese ungeheure Spannung von Gemeinsamkeit und Verschiedenheit können wir nur leben, wenn wir darin die von Gott selbst uns gegebene alles umgreifende Einheit entdecken. Es ist immer Sein Ruf - in die Gemeinschaft hinein und in unsere persönliche Lebensform hinein.(6.2)
*In der Regel sind die Lebensformen beschrieben, die zur Zeit ihres Entstehens in der Schwesternschaft gesehen und gelebt wurden. An der Offenheit für Frauen aller Lebensformen wird in unserer Schwesternschaft festgehalten.
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Die Schwesternschaft in ihren Ordnungen (Kapitel 7)
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In diesem Abschnitt wird das Hineinwachsen (als Postulantin und Probeschwester), die Einsegnung, das schwesterliche Miteinander in Konventen und in Beziehung zur consors, die Aufgaben der Leitenden Schwester wie unserer Begleitenden Pastorin und unser Leben in und mit der Kirche geregelt.
Der Boden, von dem diese Regelung geschieht, ist in folgenden Sätzen ausgedrückt:
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„Christus ist unser Friede! Wir wissen uns von Gott berufen. Gemeinsam wollen wir im Gebet leben. Gemeinsam wollen wir dem Frieden Christi Raum geben in uns und in der Welt. Wir wollen dem Frieden Christi durch unser Leben als einzelne Schwester Raum geben, jede an ihrem Ort. Wir wollen dem Frieden Christi als Schwesternschaft Raum geben durch unsere Gemeinschaft.“
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