Freundesbrief 2019: Zum Geleit

Erfahrungen mit dem Segen - segnen und gesegnet werden - stehen diesmal im Zentrum unseres Freundesbriefes. Segen, so kommt es uns vor, ist so etwas wie eine Tiefendimension unseres schwesternschaftlichen Lebens.

Von Sr. Annette Link am 10. Dezember 2019

Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Freundinnen und Freunde unserer Schwesternschaft,

eine meiner Aufgaben als Leitende Schwester ist, unsere Gebete mit einem Segensvotum zu beenden. Für dieses Votum gibt es eine feststehende Form, die wir im Wechsel sprechen:
Leitende Schwester Gelobt sei Gott, der Herr;
Schwestern Ihm sei Dank in Ewigkeit.
Leitende Schwester Der Friede Gottes ist mit uns;
Schwestern Sein Friede ist auf Erden.
Leitende Schwester Es segne und behüte uns, Gott,
der Allmächtige und Barmherzige
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Schwestern Amen.

Wenn wir jedes gemeinsame Gebet mit Lob und Dank, mit Friedenszusage und Segenswunsch beschließen, heißt das nicht, dass wir Schwestern von Ordo Pacis nur Grund zu Lob und Dank haben, Streit nicht kennen und uns in unseren Auseinandersetzungen nie verletzen. Dieser Gebetsabschluss ist keine Zustandsbeschreibung, sondern bringt unsere Berufung zum Ausdruck und das Ziel, zu dem wir mit dieser Berufung unterwegs sind.

Am Ende jedes Gebets sprechen wir uns gegenseitig zu, was am Ende unse­res Weges stehen soll: Lob Gottes für unser Leben und unsere Gemein­schaft, Dankbarkeit - auch füreinander, Frieden, der sich Raum geschaffen hat, Segen und Unversehrtheit. Am Ende jedes Gebets öffnen wir uns weit und holen durch das Abschlussvotum das Ziel unseres Lebens mitten hinein in unseren meist nicht so glorreichen Alltag. Worte sind kraftvoll, Gebets- und Segensworte erst recht. Sie schaffen Räume, in denen – und wenn auch nur für kurze Momente – wirklich wird, was wir glaubend aussagen und uns gegenseitig zusprechen!

Kurz vor Weihnachten letzten Jahres hat Gott unsere letzte Gründungs­schwester Anke Langmaack abberufen. Sie hat wie keine andere unsere Schwesternschaft geprägt. Wir sind sehr dankbar für ihr Leben und für alles, was sie in unsere Gemeinschaft eingebracht hat. Wir sind aber auch dankbar, dass sie in ihrem 91sten Lebensjahr im Frieden gehen durfte. Sie schaut nun Christus, dem sie zeitlebens eng verbunden war.
Wir freuen uns über die Bereicherung durch zwei neue Schwestern, die wir auf unserem Jahreskonvent Ende Mai in die Probezeit aufgenommen haben, und über eine neue Postulantin.

Auch aus unserem Haus der Stille und Begegnung gibt es Erfreuliches zu berichten: Seit einem Jahr leben drei Schwestern im Haus. Das macht Um­baumaßnahmen notwendig. Das Ergebnis wird das Haus aber nicht nur für die drei Hausschwestern, sondern auch für Gäste attraktiver machen. Wir hoffen, dass wir demnächst mit den Umbauten starten können und dass sie Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sind. Wir möchten unser Haus schnellstmöglich wieder für Einkehrgäste und Kursangebote öffnen.

Ich freue mich über Ihr und Euer Interesse an unserer Schwesternschaft. Danke für alles Begleiten und Unterstützen durch Gebet, durch tatkräftige Hilfe und durch Spenden oder Darlehn für den Hausumbau.

Viel Freude und Segen beim Lesen der Beiträge wünscht
Schwester Annette Link

Der Aaronitische Segen

Gott segne dich und behüte dich,

Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig,

Gott wende dir ihr Antlitz zu und schenke dir Frieden.

Amen

(Dieser Segen aus 4. Mose 6,24-26, der gewöhnlich am Ende unserer Gottesdienste gespendet wird, bedeutet mir viel.
Ich spreche ihn meistens in dem oben abgedruckten Wortlaut.)

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